Dan Brown – The Da Vinci Code (Sakrileg)

Dieses Buch ist mir beim Durchstöbern eines Buchladens mit reduzierten Mängelexemplaren und Restposten in die Hände gefallen, als Dan Brown in Deutschland noch kein Thema war. Daher auch der englische Titel. Und es hat mich von der ersten Sekunde an gefesselt. Bei mysteriösen Symbolen auf einer Leiche, kryptischen Nachrichten, weltberühmten Gemälden, dem Louvre, einer Schnitzeljagd auf höchstem Niveau, geheimnisvollen Orden, die im Verborgenen die Drähte ziehen, dem Gralsmythos und einem uralten Geheimnis, das Jesus, die Merowinger und Leonardo da Vinci verbindet, bekommt Suzie glänzende Augen. Alles Themen, die mich brennend interessieren. So habe ich denn auch nicht nur passiv gelesen, sondern teilweise vor aufgeschlagenen Bildbänden über die Kunst der Renaissance, einem Buch über den heiligen Gral und Google gesessen und versucht, die beschriebenen Informationen nachzuvollziehen und so meine eigene kleine Schnitzeljagd veranstaltet. Das hat unglaublich viel Spaß gemacht.

Da ich das Buch auf englisch gelesen habe, kann ich zum Schreibstil nicht allzu viel sagen, da mir wahrscheinlich die Feinheiten entgangen sind. Insgesamt ging das Lesen aber flüssig und leicht von der Hand und ich musste nicht  ständig das Wörterbuch zu Rate ziehen. Grundsätzlich kann ich aber sagen, dass ich der Geschichte meist den Vorzug vor dem Stil gebe. Eine gute Story kann über so manche stilistische Blüte hinwegsehen helfen. Ist die Geschichte grottenlangweilig, schützt auch die geschliffenste Formulierung nicht vor vorzeitigem Abbruch.

Zum Inhalt muss ich nicht viel sagen. Ich denke, inzwischen wird es nahezu jeder Nicht-Analphabet gelesen haben; und selbst für jene gibt es eine Hörbuchfassung einerseits und die Verfilmung andererseits. Zur Verfilmung habe ich allerdings noch etwas anzumerken.

1. Wie kann man eine Hauptfigur, die unmissverständlich wie Harrison Ford aussieht, mit Tom Hanks besetzen??? Und mir kann niemand weismachen, dass Harrison Ford diese Rolle nicht hätte spielen wollen.

2. Der Film ist leider nur eine, wenn auch aufwändig und spannend inszenierte, Action-Version des gut und ausführlich recherchierten Buches mit detailreichen Informationen zu Kunst, Geschichte und christlicher Religion. Aber soviel Information lässt sich wohl nicht in einem mainstreamtauglichen Film umsetzen.

3. Mit Alfred Molina, Paul Bettany, Jean Reno und Ian McKellen sind die Nebenrollen großartig bis brillant besetzt.

Fazit: Ich kann das Buch, zumindest auf englisch, uneingeschränkt weiterempfehlen. Wem aber ein Interesse an Kunstgeschichte, Geschichte allgemein, Kirchengeschichte, Mythen und Legenden, Rätseln und Jesus als historischer Figur vollkommen abgeht, sollte ein anderes Buch lesen.

The Da Vinci Code | Trailer deutsch

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