Comic Festival in Brüssel


Brüssel ist Europas Hauptstadt und gleichzeitig eine meiner Lieblingsstädte. In einem Online-Reiseführer stand einmal, dass man in Brüssel sämtliche Metropolen der Welt wiederfinden könnte. Und in der Tat, das stimmt. Wähnt man sich in einem Moment noch im royalen Paris oder prunkvollen Prag, denkt man an der nächsten Straßenecke schon, durch das hügelige Lissabon zu flanieren. Brüssels königliche Passage kann sich durchaus mit Mailand messen und so mancher palmengesäumte Platz oder die Fressgasse mit ihren gewaltigen Meeresfrüchteauslagen verzaubern den Besucher mit mediterranem Flair. Brüssel ist jederzeit einen Kurztrip wert; es wird niemals langweilig, die verschiedenen Quartiere zu erkunden.

Letztes Wochenende war es wieder soweit. Das Wetter versprach nochmal ein paar sommerliche Tage und so brachen wir zu einem spontanen Brüsseltrip auf. Was wir nicht wussten, war, dass just an diesem Wochenende das jährliche Comic Festival stattfinden sollte. Die weltberühmte Comicserie „Tim und Struppi“, international als „Tintin“ bekannt, stammt aus der Feder des Belgiers Hergé und wer Brüssel schonmal einen Besuch abgestattet hat, hat sicherlich auch schon die Comicwände gesehen. Vom 07. bis 09. September 2012 konnte man in allen Straßen der Innenstadt auf Ballonparaden mit Comicfiguren stoßen. Für den reibungslosen Ablauf wurden eigens amerikanische Spezialisten hinzugezogen. Der Place Royal wurde in ein riesiges Freilufttheater verwandelt, in dem in den Abendstunden nach Sonnenuntergang die bekanntesten Comicfiguren in monumentaler Größe und in 3D projiziert wurden. Ein unglaubliches Spektakel, das von ohrenbetäubender Musik begleitet wurde, deren Bässe im Magen wummerten. Vor dem Palais de Bruxelles war die Comicbörse stationiert, wo man stapelweise Comic-Hefte und -Bücher durchstöbern oder sich mit einem besonders interessanten Exemplar in eine Leseecke verkriechen konnte. Vor den Zelten waren Buden mit Getränken und Snacks aufgebaut. Überall herrschte ziemliche Party-Stimmung. Am Samstag um Mitternacht ging der Tag mit einem kurzen aber spektakulären Feuerwerk zu Ende. Leider haben wir danach bereits wieder den Heimweg angetreten, aber ich bin sicher, dass der Sonntag mindestens genauso aufsehenerregend weiterging.

Auf dem Weg zur Metrostation sind wir durch den Palastpark (Parc de Bruxelles) spaziert und haben dort noch etwas entdeckt, das den Romantiker in uns geweckt hat. Mitten im Park, in einem kleinen Pavillion, der nur schwach beleuchtet war, hatten sich ein paar Tango-Liebhaber versammelt und tanzten zu Gypsyklängen. Wir fühlten uns wie in eine andere Welt in einer anderen Zeit versetzt. Bilder von ergrauten Gentlemen im Smoking mit einer Blume am Revers, die ihre alte Flamme zu einem Tänzchen auf die guten alten Zeiten auf’s Parkett führen, schlichen sich in unsere Köpfe und ich schwöre, mir sind fast die Tränen gekommen. Das war der perfekte Abschluss eines perfekten Kurztrips. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass sich Tangoenthusiasten dort jeden 1. und 3. Samstag zum gemeinsamen Tanz zusammenfinden, den ganzen Sommer bis zum September. Wer Lust bekommen hat, einmal in romantischer Umgebung Tango zu tanzen, sollte sich also beeilen.

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